Pufferlösungen
Pufferlösung
Ein Puffer ist eine Lösung, die den pH-Wert bei Zugabe von Säuren oder Basen weitgehend konstant hält. Er besteht aus:
- einer schwachen Säure und ihrer konjugierten Base (z. B. Essigsäure/Acetat)
- oder einer schwachen Base und ihrer konjugierten Säure (z. B. NH₃/NH₄⁺, Bicarbonat HCO₃⁻/H₂CO₃)
Info:Pufferkapazität
Die Pufferkapazität beschreibt, wie gut ein Puffer den pH-Wert stabil halten kann, wenn Säure oder Base zugegeben wird. Die Pufferkapazität ist am höchsten, wenn der pH-Wert dem pKa der Säure entspricht, und sie ist proportional zur Konzentration (je konzentrierter der Puffer ist, desto grösser ist die Pufferkapazität).
Verschiedene Pufferlösungen und ihre pH-Bereiche
| Puffersystem | pH-Bereich | Bemerkung |
|---|---|---|
| Kohlensäure-Carbonat-Puffer | 6,2 – 8,6 | neutral |
| Kohlensäure-Silikat-Puffer | 5,0 – 6,2 | schwach sauer |
| Aluminium- & Eisen-Puffer | < 3,0 | extrem sauer |
| Essigsäure/Acetat-Puffer | 3,7 – 5,7 | schwach sauer |
| Phosphatpuffer (KH₂PO₄ + Na₂HPO₄) | 5,4 – 7,8 | physiologisch wichtig |
| Ammoniakpuffer (NH₃ + H₂O + NH₄Cl) | 8,2 – 10,2 | alkalisch |
| HEPES (4-(2-Hydroxyethyl)-1-piperazinethansulfonsäure) | 6,8 – 8,2 | biologisch häufig verwendet |
| PBS-Puffer (Phosphate Buffered Saline) | 7,4 | Standard in Zell-/Molekularbiologie |
| MES (2-(N-Morpholino)ethansulfonsäure) | 5,2 – 6,7 | gut für leicht sauren Bereich |
Funktionsweise von Pufferlösungen
Pufferlösungen stabilisieren den pH-Wert, indem sie überschüssige Wasserstoffionen (H⁺) oder Hydroxidionen (OH⁻) aus der Lösung abfangen.
- Bei Zugabe einer Säure (liefert H⁺-Ionen): → Die basische Komponente des Puffers reagiert mit den H⁺-Ionen. → Die H⁺-Ionen werden gebunden, und der pH-Wert bleibt weitgehend konstant.
- Bei Zugabe einer Base (liefert OH⁻-Ionen): → Die saure Komponente des Puffers reagiert mit den OH⁻-Ionen. → Die OH⁻-Ionen werden neutralisiert, z. B. durch Bildung von Wasser, wodurch der pH-Wert stabil bleibt.
Hintergrund:Beispiel
Phosphat-Puffer (H₂PO₄⁻ / HPO₄²⁻)
- Zugabe von HCl (Säure): HPO₄²⁻ + H⁺ → H₂PO₄⁻
- Zugabe von NaOH (Base): H₂PO₄⁻ + OH⁻ → HPO₄²⁻ + H₂O
Welche der folgenden Säure-Base-Paare bilden ein Puffersystem?
Klicke ein Element an und dann die passende Gruppe. Klicke am Ende auf Prüfen.
Herstellung einer Pufferlösung
Für die korrekte Herstellung einer Pufferlösung sollten die folgenden Schritte ausgeführt werden:
1. Abmessen der Komponenten
Die Mengen der einzelnen Komponenten für das gewünschte Endvolumen des Puffers sollten berechnet werden. Dabei ist auf stoffmengen-, massen- und volumenbezogene Konzentrationen (inklusive der erforderlichen Umrechnungen) zu achten. Die molare Masse einer Substanz wird unter Einbezug des vorhandenen Kristallwassers berücksichtigt.
Tipp:Links zu Rechenhilfen online
- Molekulargewicht: https://www.chemie.de/tools/molmassen-rechner/
- Rechner für Molarität/Volumen/Einwaage und Verdünnungsrechnen: http://www.graphpad.com/quickcalcs/molarityform.cfm
- DNA/Protein, Molaritäten, Verdünnungen: http://www.promega.de/resources/tools/biomath-calculators
2. Lösen der Komponenten
Das Lösungsmittelvolumen sollte ca. 70–80 % des Endvolumens betragen, um eine spätere pH-Anpassung zu ermöglichen.
Info:Hinweis
Der genaue Anteil des Lösungsmittels hängt vom Volumen der eingesetzten Substanzen ab: Nehmen die Substanzen bereits ein grösseres Volumen ein, sollte entsprechend weniger Lösungsmittel hinzugefügt werden. Gleichzeitig muss genug Lösungsmittel vorhanden sein, um eine vollständige Auflösung zu erreichen und sowohl gesättigte als auch übersättigte Lösungen zu vermeiden.
Das Lösungsmittel wird in ein Becherglas vorgelegt, ein Rührfisch hinzugefügt und das Becherglas auf den Magnetrührer gestellt. Anschliessend werden die weiteren Komponenten des Puffers zugegeben. Feststoffe müssen vollständig gelöst sein.
Achtung
Das Lösen gilt grundsätzlich als physikalischer Vorgang, der mit einer Erwärmung (Exothermie) oder Abkühlung (Endothermie) einhergehen kann.
Tipp:Tipp zur Auflösung grosser Substanzmengen
Substanzen sollten schrittweise zugegeben werden, statt alles auf einmal. Eine zu schnelle Zugabe kann:
- kurzfristige Übersättigung verursachen, wodurch sich die Substanz langsamer auflöst,
- endotherme Vorgänge auslösen, die die Lösung zusätzlich abkühlen und die Auflösung weiter verzögern.
👉 Merksatz: Langsam zugeben – schnell lösen.
3. Einstellen des pH-Werts
Zum Einstellen des pH-Werts verwendet man am besten eine Säure oder Base, die keine neuen Ionen in die Lösung einbringt, also z. B. bei Puffern, in denen schon -Ionen vorhanden sind, bei Phosphatpuffern sowie oder als Basen bei - bzw. -haltigen Puffern.
Starke Säuren und Basen sind besser geeignet als schwächere (z. B. (Essigsäure), , ), da sie beim Einstellen des pH-Werts die Ionenstärke weniger verändern.
Auf jeden Fall sollte man nach der Zugabe einen Moment warten, bis die zugegebene Säure oder Base gut gelöst und eingemischt ist, sodass der gemessene pH-Wert konstant ist.
Info:Hinweis
Der pH-Wert von konzentrierten Stammlösungen sollte mit konzentrierter Säure bzw. Base eingestellt werden. Konzentrierte Stammlösungen werden oft als nX-Lösungen bezeichnet (z. B. 10X = zehnfach konzentriert); vor Gebrauch werden sie auf die Arbeitskonzentration (1X) verdünnt. Beachten Sie dabei die Vorsichtsmassnahmen bei der pH-Einstellung mit konzentrierter Säure oder Base: langsam dosieren, gut rühren und vor der Messung auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
4. Auffüllen auf das Endvolumen
Nach dem vollständigen Lösen wird die Lösung in einen Messzylinder übertragen. Das Becherglas wird mit einer kleinen Menge Wasser (ca. 10 % des Endvolumens) nachgespült, um Rückstände aufzunehmen. Diese Spülflüssigkeit wird ebenfalls in den Messzylinder gegeben. Anschliessend wird das Endvolumen im Messzylinder mit Lösungsmittel aufgefüllt.
5. Gebrauch oder Aufbewahren
Den Puffer in ein geeignetes Gefäss abfüllen und das Gefäss beschriften (Name, Datum, pH etc.). Bei Raumtemperatur lagern.
Prüfen Sie zum Abschluss, ob Sie den Ablauf verinnerlicht haben:
Bringen Sie die Schritte zur Herstellung einer Pufferlösung in die richtige Reihenfolge.
Ziehe die Schritte in die richtige Reihenfolge und klicke dann auf Prüfen.
- Komponenten in ca. 70–80 % des Endvolumens lösen
- pH-Wert mit geeigneter Säure oder Base einstellen
- Komponenten berechnen und abmessen
- Abfüllen, beschriften und aufbewahren
- Auf das Endvolumen auffüllen