Küvetten und Schichtdicke
Eine Küvette ist ein Gefäss mit parallelen Seitenflächen, das für optische Untersuchungen (UV/VIS-Spektroskopie) verwendet wird. In der Regel ist der Innenabstand zwischen den parallelen Seiten auf 1 cm genormt.
Die Intensität des Lichts nimmt mit der Schichtdicke der Probe exponentiell ab (Abbildung 6).

Die Gefässe sind aus Glas oder Kunststoff gemacht. Die Küvettenauswahl hängt vom Verwendungszweck ab (Abbildung 7).

Im UV-Bereich unterhalb von 200 nm müssen Quarzküvetten verwendet werden, da Kunststoffe (PMMA bzw. UV-durchlässige Kunststoffe) für Licht dieser Wellenlänge nicht transparent sind (Abbildung 8).


Schichtdicke (Pathlength)
Die Schichtdicke bezeichnet in der Spektrophotometrie die Strecke, die das Licht beim Durchtritt durch die Lösung im Messgefäss zurücklegt. Sie ist ein entscheidender Parameter, da die Absorption direkt proportional zur Schichtdicke ist (Lambert-Beer’sches Gesetz) (Abbildung 10).
- wird meist in Zentimetern angegeben.
- In Küvetten entspricht die Schichtdicke in der Regel der Küvettenbreite, z. B. .
- In Mikrotiterplatten verläuft der Lichtweg vertikal durch die Flüssigkeitssäule; die effektive Schichtdicke hängt von der Füllhöhe der Probe, der Geometrie des Wells und dem Meniskus-Effekt ab (Abbildung 11).
Berechnung der Schichtdicke in einem Well einer Mikrotiterplatte (pathlength correction)
Die effektive Schichtdicke in einem Well einer Mikrotiterplatte ist meist kleiner als in einer Standardküvette und muss für korrekte Absorptionsmessungen berücksichtigt werden.
Die Schichtdicke einer Lösung in einem Well lässt sich experimentell über die Absorption von Wasser im nahen Infrarotbereich (NIR) bestimmen. Wasser ist im Bereich von etwa 200 nm bis 900 nm weitgehend transparent, zeigt jedoch im NIR-Bereich bei ca. 977 nm eine markante Absorptionsspitze.
Hintergrund:Beispiel: Absorption von Wasser
Bestimmung der Absorption in einer Küvette:
Die Absorption von Wasser bei einer definierten Wellenlänge (z. B. 977 nm) in einer Küvette mit Schichtdicke wird berechnet nach:
- = Intensität des einfallenden Lichts
- = Intensität des durch die Wasserprobe transmittierten Lichts
Die Absorption von Wasser () beträgt:
Üblicherweise wird die Absorption bei 977 nm und bei 900 nm gemessen (die Messung bei 900 nm dient dazu, die Absorption der Mikrotiterplatte und der Probe zu korrigieren).
Für Wasser mit einer Schichtdicke von ergeben sich folgende Werte:
Die Differenz wird verwendet, um die effektive Schichtdicke in Mikrotiterplatten zu bestimmen und die Pathlength-Korrektur durchzuführen.
In diesem Wellenlängenbereich haben die meisten biologischen Moleküle geringe oder keine Absorption. Daher kann die gemessene Absorption des Wassers im NIR-Bereich direkt auf die effektive Schichtdicke der wässrigen Probe zurückgerechnet werden.
Auf diese Weise lassen sich Absorptionsmessungen in Mikrotiterplatten vergleichbar zu Standardküvetten durchführen, obwohl die geometrische Höhe der Flüssigkeitssäule und der Meniskus-Effekt die effektive Schichtdicke beeinflussen.
-
Prinzip
Die Absorption ist proportional zur Schichtdicke :
In einer Mikrotiterplatte ist kleiner als die Standardküvettenbreite ().
-
Messung der Wasser-Referenz
- Wasser hat, gemessen bei 977 nm und korrigiert um die Messung bei 900 nm, in einer 1-cm-Küvette eine bekannte Absorption .
- Die Absorption desselben Volumens in der Mikrotiterplatte wird gemessen.
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Berechnung der effektiven Schichtdicke
Die effektive Schichtdicke wird proportional berechnet:
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Korrektur der Messwerte
Alle Absorptionswerte der Probe werden auf die Standard-Schichtdicke von 1 cm korrigiert:
Info:Tipp
Die Korrektur hängt von Füllvolumen, Well-Geometrie und Meniskusform ab.
Hintergrund:Beispiel
- Absorption von Wasser in 1-cm-Küvette:
- Absorption von Wasser im Well der Mikrotiterplatte:
- Gemessene Absorption der Probe im Well:
1. Berechnung der effektiven Schichtdicke
2. Korrektur der Probenextinktion
Die korrigierte Absorption für die Probe bei einer Schichtdicke von 1 cm beträgt etwa 1,067. Diese Absorption kann nun direkt für die Konzentrationsbestimmung mit dem Lambert-Beer’schen Gesetz verwendet werden.